Il Trenino Verde – der kleine grüne Zug auf Sardinien

Möchten Sie das bergige Inland Sardiniens erkunden? Der ‚Il Trenino Verde‘ (grüner Zug) bietet hierfür eine schöne Möglichkeit. Diese touristische Schmalspurbahn führt großteils durch bergige, unwegsame Regionen der Insel und an Orte, die mit dem Auto nur schwer erreichbar sind. Den Namen verdankt der grüne Zug den vielen Wäldern und Bergen auf seiner Route. Eine Fahrt mit dem Trenino Verde ist eine Reise in das ursprüngliche Sardinien, wo die Zeit scheinbar stehengeblieben ist.

Atemberaubende Panoramen

Panorama

Schöner Ausblick aus dem Zug

 Steigen Sie ein und der Trenino Verde nimmt Sie mit auf eine faszinierende Reise durch die einzigartigen Landschaften Sardiniens mit atemberaubenden Panoramen über Berge, schroffe Felsen, einsame Täler und beeindruckende römische Aquädukte. Der kleine Zug fährt in einem ganz gemütlichen Tempo, so dass Sie die Umgebung in Ruhe genießen können. Nehmen Sie Ihre Kamera mit, um die landschaftliche Schönheiten dieser Insel festzuhalten.

Zwei Züge

Der Trenino Verde

 

Tipp: Beachten Sie auch die vielen alten Bahnhofsgebäude mit zahlreichen historischen Details. Sehenswert ist die alte Bahnstation von Tortolì auf der Strecke von Mandas nach Arbatax und die Station von Meana Sardo auf der Strecke von Isili nach Sorgono.

Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bahnstrecken hauptsächlich zum wirtschaftlichen Ausbau Sardiniens angelegt. Die Strecken verbinden das unwegsame Innere Sardiniens mit der Küste. Der Handel erlebte einen kräftigen Aufschwung. Aber auch die sozialen Kontakte der Sarden untereinander wurden wesentlich vereinfacht. Die Erbauer der Bahngleise wurden damals nach Steckenkilometern bezahlt. Klar, dass sich damit die Strecke mit vielen Kurven durch die Landschaft schlängelt. Es sind auch bewusst viele Gleise durch die Wälder gelegt worden, so dass man in Kriegszeiten unauffällig die Bahn nutzen konnte. Seit 1984 wird der Trenino Verde nur noch für touristische Zwecke genutzt.

Kurvenreiche Schmalspurbahn

Station

Ein typisch sardisches Bahnhofsgebäude

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts war dieser Zug eine Attraktion für Touristen. Der englische Schriftsteller David Herbert Lawrence schrieb über seine Erlebnisse mit dem Il Trenino Verde in seinem Reisetagebuch ‚Das Meer und Sardinien‘. Er nahm mit seiner Frau Frieda 1921 den Zug von Mandas nach Sorgono. Er schreibt unter anderem:

 

 

Es war nahezu komisch anzusehen. Wir fuhren andauernd aufwärts. Die Gleise lagen mit großen Kurven vor uns. Jedes Mal, wenn ich aus dem Fenster schaute, sah ich eine sich hin- und herwiegende Lok mit großen Wolken grau-weissem Dampfes vor uns: Aber, es war unsere eigene kleine Lokomotive, mit stets einer Kurve Vorsprung!

 

Il TreninoAuf den Strecken fahren Diesel- und Dampflokomotiven. Letztere fahren wegen der Waldbrandgefahr nur außerhalb der Sommersaison.

Der Trenino Verde fährt vier Routen:

Sassari-Tempio Pausania-Palau 151 km
Diese Strecke wird auch als die Route zwischen den beiden Meeren bezeichnet, sie verläuft von der Riviera del Corallo bis zur berühmten Costa Smeralda. Es ist eine schöne Strecke durch die beeindruckende Landschaft Nordsardiniens. Ein Halt liegt in Tempio Pausania, eine Stadt, die für ihre Korkprodukte bekannt ist.

Macomer-Bosa 46 km
RuudDiese Route führt durch das beeindruckende Hochgebirge von Campeda auf 500 Metern Höhe. Von hier aus haben Sie einen einmaligen Blick über Berge und Täler. Die Zugfahrt geht weiter bis zur Mündung des Flusses Temo und dann allmählich absteigend bis zur Küste nach Bosa Marina.

Isili-Sorgono 83 km
Die Tour geht durch den westlichen Teil des Gennargentu Gebirges, eine kurvenreiche Strecke mit schönen Brücken und Tunneln (s’Arcu, 999 Meter).

Mandas-Arbatax 159 km
Ein absolutes Muss für Liebhaber der Schmalspurbahn! Dies ist die längste touristische Bahnstrecke Italiens. Die Strecke verläuft unter anderem durch die imposanten Berge des Gennargentu und entlang des Lago del Flumendosa (einer der 2 Stauseen des Flumendosa, der mit 122 km der zweitlängste Fluss auf Sardinien ist).

Eva bei ZugDies ist eine Route, die etwas mehr Zeit braucht, aber es lohnt sich!
Der kleine Zug schlängelt sich entlang tiefer Täler, durch malerische Dörfer, hält bei einzigartigen, charakteristischen Bahnhöfen, Schaffnerhäuschen und überquert Brücken, die sich hoch über den Flüssen erstrecken.

Hoteltipp von Eva: Antica Locanda Lunetta, im pittoresken Dorf Mandas.

 

Tipp: Nehmen Sie auf längeren Strecken einen Picknickkorb und auch ein Kissen mit!

BahnhofEs gibt eine Anzahl von Veranstaltern, die mit dem Il Trenino Verde auch ganzjährig zusammenarbeiten und Ausflüge, häufig mit Mittagessen und Reiseleiter, anbieten. Mit der Dampflok von ‚Sardegna Vapore‘ können Sie 4 bis 5 Mal im Jahr in der Nähe von Cagliari eine besondere Tour unternehmen. ‚Il Trenino Verde Sardegna‘ bietet beispielsweise spezielle abendliche Touren an. ‚Associazione Alta Ogliastra‘ hat bereits eine Reihe von interessanten Themen-Ausflügen im Frühling geplant.