Sechs typisch sardische Gerichte für ein köstliches Festmahl

Antipasto misto Sardo
Pane Carasau – sardisches Brot

Pane Carasau – sardisches Brot

Jeder, der schon einmal auf Sardinien war, weiß, dass man hier köstlich Essen kann. Vor allem die typischen sardischen Gerichte sind etwas ganz Besonders. Mit Beginn des Dezembers wird in den meisten sardischen Familien bereits überlegt, was die Feiertage über so auf den Tisch kommen könnte. Denn traditionell wird auf Sardinien jede Gelegenheit ergriffen, um ausgiebig im großen Familienkreis zu schlemmen. Lange Tische, oft nicht genug Stühle, die dann der Nachbarn ausleiht, werden organisiert. Meist beginnt das Festmahl mit „il pranzo“, dem Mittagessen, das dann unmerklich in „la cena“, das Abendessen übergeht. Ständig werden neue Gerichte aufgetischt und Reste gibt es selten. Einen ganzen Tag lang wird köstlich geschmaust, getrunken, geredet, diskutiert und gelacht in geselliger, angeregter Atmosphäre.

Ein typisch sardisches Festmahl können Sie sich so vorstellen:

Pane Carasau

Antipasto misto Sardo

Antipasto misto Sardo

Wir beginnen mit einem „Antipasto misto Sardo“, einer kleinen Vorspeise von „salumi, formaggi e olive“, Salami, Käse und Oliven. Alles natürlich ausschließlich aus Sardinen, zum Beispiel: Salsiccia, Provolone und Pecorino Sardo. Dazu gibt es „Pane Carasau“. Das ist ein zweifach gebackenes sardisches Brot: papierdünn und knusprig. Alles lecker und leicht und man kann einfach nicht aufhören. Aber der nächste Menu Gang ist bereits in Vorbereitung!

Malloreddus cun Sartizzu

Dann kommt „il primo“, das Vorgericht. In diesem Fall ein „Malloreddus cun Sartizzu“, Pasta mit frischer Wurst. Malloreddus ist eine typisch sardische Pasta in Form und Größe einer Kaffeebohne. Diese Pasta wird in verschiedenen Geschmackrichtungen zubereitet: naturell, mit Spinat, Tomaten oder auch ganz speziell mit Safran. Sie können Malloreddus auch gemischt, bunt und köstlich bekommen. Traditionell wird diese Pasta mit einer Tomatensauce und frischer sardischer Wurst gereicht, die wunderbar gewürzt ist.

Sitzigorrusu

Jetzt eine Kleinigkeit, Sitzigorrusu“, Schnecken in pikanter Tomatensauce. Nur ein kleiner Snack, denn die Zubereitung ist einfach und schnell. Allerdings müssen Sie nun selbst etwas aktiver sein, denn Sie müssen die Schnecken erst aus ihren Häusern bekommen.

Eine Karaffe Wasser fehlt nie auf den Tisch. Aber vergessen Sie nicht, die hervorragenden sardischen Weine wie den roten kräftigen Cannonau oder den weißen Malvasia zu kosten.

Porcheddu – Spanferkel am Spieß

Porcheddu – Spanferkel am Spieß

Porcheddu

Langsam wird es Zeit für das Hauptgericht: „porchetto arrosto“, Spanferkel am Spieß, serviert mit Zweigen von Myrte. Dies ist ein ganz traditionell sardisches Fleischgericht. Untrennbar von den vielen sardischen Dorffesten und weiteren Festivitäten der Insel. Die Zubereitung nimmt tatsächlich ein paar Stunden in Anspruch, so wird mit den Vorbereitungen bereits früh begonnen. Es beginnt mit „il fuoco“, das Feuermachen ist ein wichtiges Ritual, wo jeder mal vorbei kommt zum Schauen. An bestimmten Feiertagen sehen Sie am Ende des Vormittags die in der Nachbarschaft leuchtenden Feuer und riechen das Holzkohlefeuer.

Anguidda a su schironi

Für diejenigen, die Fisch bevorzugen, folgt häufig ein zweites Hauptgericht, wie z.B. „Anguidda a su Schironi“, Aal vom Spieß mit Lorbeer. Dies ist ein traditionell sardisches Fischgericht. Das Feuer brennt noch, die Kohlen sind heiß und es gibt genügend Platz für ein paar Aale. Alle Hauptgerichte werden übrigens zumeist mit gebratenem Gemüse wie Zucchini, Auberginen, Fenchel oder Artischocken und Kartoffeln mit Rosmarin im Ofen gereicht.

Sie sind noch nicht ganz satt? Macht nichts: nach den Hauptgängen folgt dann eine Platte mit sardischem Obst, Nüssen und Käse.

Dolci Sardi: sardisches Gebäck

Dolci Sardi: sardisches Gebäck

Dolci Sardi

Nun, ich hoffe, Sie haben noch ein wenig Platz für das Highlight des Festmenus: das Dessert. Denn zum Schluss gibt es einen Espresso, köstliche Liköre und eine Vielzahl von Leckereien: „Dolci Sardi“, honigsüßes Gebäck. Beispielsweise gibt es:

„pabassini „glasierte Kekse mit Nüsse, Mandeln, Zitronen und Rosinen;

„amarettus“ luftiges Gebäck aus Mandelmehl und Eischnee;

„is pistocheddus“, glasierte und reich dekoriert Zitronenplätzchen;

„pardulas“, kleine Käsetörtchen mit Ricotta und Safran gefüllt;

„sebadas“ frittierte süße warme Ravioli mit Ricotta und Honig serviert;

„i bianchittus“ Baisers aus Eischnee, Zucker und Zitrone;

„pan’e saba“ Kuchen mit „Saba“ als Hauptbestandteil mit Rosinen und Mandeln. „Saba“ ist ein süßer Sirup aus dem Most von Trauben.

Mirto di Sardegna und Filu e Ferru sind beides traditionelle sardische Liköre. Mirto di Sardegna ist ein Likör aus der Beere der Myrte hergestellt. Filu e Ferru ist ein Grappa.